
Die Herkunft des Wing Chun
Die Geschichte des Wing Chun verbindet mündliche Überlieferung, Legenden und historisch nachvollziehbare Lehrerlinien.
Ng Mui und Yim Wing Chun
Der Überlieferung zufolge entwickelte die buddhistische Nonne Ng Mui eine Kampfkunst, die Struktur, Direktheit und Anpassungsfähigkeit über körperliche Kraft stellte. Sie soll ihr Wissen an Yim Wing Chun weitergegeben haben, nach der das System später benannt wurde. Wie viel davon historisch belegt ist, lässt sich heute nicht eindeutig feststellen.
Von der Roten Dschunke nach Foshan
Im 19. Jahrhundert wurde Wing Chun mit den kantonesischen Operngesellschaften auf den Roten Dschunken verbunden. Historisch deutlicher fassbar wird die Linie mit dem Arzt und erfahrenen Kämpfer Leung Jan aus Foshan. Über seinen Schüler Chan Wah Shun führte sie später zu Yip Man.
Yip Man und die internationale Verbreitung
Nach seiner Übersiedlung nach Hongkong 1949 unterrichtete Yip Man einen grösseren Schülerkreis. Durch Schüler wie Leung Sheung, Wong Shun Leung, Lo Man Kam und Bruce Lee verbreitete sich Wing Chun weit über China hinaus. Yip Man unterrichtete bis zu seinem Tod im Jahr 1972.
Lo Man Kam Wing Chun
Sifu Lo Man Kam, Neffe und direkter Schüler Yip Mans, gründete 1974 in Taipeh die erste Wing-Chun-Schule Taiwans. Seine Schule wurde zu einem internationalen Zentrum, in dem auch zahlreiche Menschen aus der Schweiz trainierten. Seine Linie steht für eine klare, funktionale und sorgfältige Weitergabe des Wing Chun.
Wahrnehmen. Anpassen. Klar handeln.
Druck und Veränderung über den Kontakt wahrnehmen.
Unnötige Spannung und Kraft vermeiden.
Kontakt bewahren, ohne zu klammern.
Absicht und Bewegung des Partners erspüren.
Im passenden Moment reagieren.
Bewegungen flexibel an die Situation anpassen.
Stabilität durch Ausrichtung und Winkel erzeugen.
Abstand und Raum bewusst kontrollieren.
Der Kern bleibt: mit Struktur, Wahrnehmung und Klarheit angemessen auf Kraft zu reagieren.
