
Der tiefere Sinn des Wing Chun
Viele beginnen mit Wing Chun, um sich zu verteidigen, sich zu bewegen oder sicherer zu werden. Mit der Zeit zeigt sich: Das Üben reicht weit über Techniken hinaus.
Körper, Geist und Haltung.
Wing Chun hilft, den eigenen Körper besser kennenzulernen, unnötige Spannung loszulassen und auch unter Druck ruhig zu bleiben. Diese Fähigkeit entsteht nicht von selbst. Sie wächst mit jeder Wiederholung und mit der Bereitschaft, sich immer wieder auf das Wesentliche einzulassen.
Verstehen statt kopieren.
Ein guter Lehrer vermittelt nicht nur Techniken. Er begleitet Menschen, bis sie ihren eigenen Zugang zum Üben finden. Denn Tradition lebt nicht vom Kopieren, sondern davon, das Wesentliche zu verstehen und mit der eigenen Erfahrung weiterzutragen.
Früher glaubte ich, stark sein und mich beweisen zu müssen. Durch das beständige Üben, die Meditation und die buddhistische Praxis erkannte ich mit den Jahren, dass wahre Stärke einen anderen Ursprung hat.
Sie entsteht aus innerer Ruhe.
Sie zeigt sich nicht im Beherrschen anderer, sondern im Umgang mit sich selbst.
Wing Chun ist für mich weder Religion noch Ideologie. Es verlangt keinen Glauben. Es lädt dazu ein, den eigenen Körper, die eigenen Reaktionen und den eigenen Geist besser kennenzulernen.
Es geht nicht darum, besser zu sein als andere.
Sondern heute etwas aufmerksamer, gelassener und klarer zu sein als gestern.
Nicht nur zu lernen, sich zu verteidigen. Sondern mit mehr Ruhe, Klarheit und Zufriedenheit durchs Leben zu gehen.
